Bäume am Weg

Das zweite Wochenende des  Moduls „Wurzelkraft“ bei Alchemilla ist den Bäumen  gewidmet.
Gleich am Samstag um kurz nach 10.00 Uhr zogen wir daher in den Wald am Bordesholmer See.
Der Weg ist von großen alten Bäumen gesäumt: säulenartig emporsteigenden Buchen, knorrigen Eichen, kompakten Kastanien, lichten Eschen, dunklen Erlen, fröhlichen Ahornen und seltenen Ulmen.
Immer wieder blieben wir bei einzelnen Bäumen stehen, schauten genau hin, nahmen wahr und tauschten uns aus.

Viel gab es auch zu Heilkraft und Verwendungsmöglichkeiten zu berichten,
so sind z.B. junge Buchenblätter als Salat essbar, aus Bucheckern kann ein Speiseöl gepresst, aus Kastanien- Früchten eine Seifenlauge hergestellt werden, Ahorn-Blatt-Auflagen wirken kühlend und lindern Fieber, Eicheln können zu Kaffeeersatz geröstet werden und Eichenrinde lindert Durchfälle und wirkt heilend und entzündungshemmend bei Hautverletzungen.
Die Blüten von Kastanien, Eichen, Buchen und Ulmen wurden von Dr. Edward Bach in den Reigen der 38 Bachblüten aufgenommen und wirken, jede ihrem Thema gemäß auf seelischer Ebene harmonisierend und stärkend.

Für viele Tiere sind der Wald und seine Bäume Heimat und Schutzraum und ihre Früchte bieten Nahrung und sichern das Überleben.
Das Holz der Bäume ist unterschiedlich hart und beständig und wird entsprechend unterschiedlich genutzt. Ahornholz wird gern zum Bau von Instrumenten verwendet, Buchenholz für Möbel und aus Eichenplanken entstanden die großen Seegelschiffe vergangener Tage und die Wohnzimmer-Schrankwände unserer Großeltern.

Für eine intensivere Baumbegegnung verließen wir den Weg und gingen etwas tiefer in den Wald. Dort suchte sich jede der Frauen „ihren“ Baum,
um sich für eine knappe halbe Stunde bei ihm niederzulassen.
Die Erlebnisse, die wir dort hatten waren vielfältig: Wir kamen zur Ruhe, fühlten uns gestärkt und geerdet, spürten das Pulsieren der Säfte unter der Rinde, lauschten dem Wind im Geäst oder betrachteten die Pflanzen und Tiere der Umgebung.

Nach einem Austausch über das Erlebte und einem Dank an den Wald und „unsere” Bäume, machten wir uns auf den Rückweg. Auf einem schmalen Pfad oberhalb des Sees wanderten wir gemütlich plaudernd und genossen die sanften, warmen Sonnenstahlen, die uns dieser Herbst schenkte.